Samstag, 30. Juni 2012

WLAN Heatmapper

Intro

Bei dieser Hitze ist es dieser Tage nicht gerade motivierend einen Blog Post zu schreiben. Auch meine Workstation tut mir da keinen Dienst. Die CPU bleibt zwar auch bei dieser Hitze relativ kühl, die Wasserkühlung verrichtet da ihre Dienste einwandfrei. Die Abwärme im Büro ist aber durchaus zu spüren (was für eine Untertreibung :) )
So hab ich mich meinen Laptop geschnappt und mal eine Heatmap (Hitzekarte) der Wohnung zu machen.
Ich messe hier aber nicht die Temperaturen sondern die Feldstärke meines WLAN.

Wozu eine Heatmap?

Von WLAN Problemen, darunter hauptsächlich vom Empfang, liest man in den Internet-Foren immer wieder. Bei der heutigen Verschmutzung im 2,4GHz Bereich kein Wunder. Oft genügt das simple Wechseln auf einen Kanal, welcher nicht so beansprucht ist oder das Ausweichen auf das 5Ghz Band. Dazu muss die Hardware aber zuerst mal im Stande sein. Auch heute noch lange nicht immer der Fall.
Nun das sind andere Geschichten. Auf diese möchte ich in diesem Blog Post gar nicht eingehen. Hier geht es darum wie man eine Heatmap des WLAN einfach erstellen kann und so die Auswirkungen auf den Empfang von unterschiedlicher Hardware, Position und Kanälen optisch darzustellen.
Für jemanden der sich ein wenig für WLAN's interessiert und eine coole Karte der Wohnung haben will oder diese sogar gewerblich nutzen möchte sicher eine kurzweilige Sache. Bilder sagen da mehr als tausend Worte!

Eine Heatmap dient der optischen Darstellungen verschiedener Bereiche (Temperaturen, (Feld)Stärken) auf einer Karte. Sicher hat schon jeder mal eine Temperaturkarte oder ein Bild einer Wärmebildkamera gesehen. Diese Darstellung bietet sich natürlich auch an um die WLAN Feldstärke anzuzeigen. Zwar ist die WLAN Feldstärke nicht gleich Übertragungsgeschwindigkeit. Sie ist aber sicher mal der erste Faktor um überhaupt auf eine anständige Geschwindigkeit zu erreichen. Schlechtes Signal, kein Speed!

Welche Tools?


Im Internet finden sich diverse Tools die man zu diesem Zweck verwenden kann. Mitunter am bekanntesten ist HeatMapper von ekahau. Ekahau bietet nach einer Registrierung einen gratis Download der Basissoftware welche unter Windows ab Version XP läuft. Mit dem Tool ist es möglich auf einer Karte (oder blankem Rasterfeld) mittels Maus oder sogar GPS umherzuwandern. Negativ finde ich aber die optische Darstellung wenn viele WLAN's in der Umgebung sind. Hier knallt dieses Tool die Access Points einfach unmotiviert auf die Karte.
Für Mac bietet sich zB. NetSpot an. Zu diesem Tool kann ich mangels apple Geräten nichts sagen. Muss ich auch nicht, ich verweise hier gerne auf diesen Blog.
In diesem Blog Post behandle ich aber mein Lieblingstool, den WLAN-Heatmapper von T. Stähli

IFS WLAN-Heatmapper


Der WLAN-Heatmapper von Tobias Stähli entstand als Abschlussarbeit seiner Informatik Lehre und steht bei der IFS zum freien Download bereit.
Dieses Tool zeichnet sich vor allem durch die einfache Art der Anwendung aus. Voraussetzung ist Java Laufzeitumgebung eine Windows Maschine und ein Plan der Umgebung im jpg oder png Format.  Auf der Seite des IFS findet sich bereits eine Dokumentation dieses Swiss Made Tools.




Also Laptop ausgepackt und ran an die Sache. Sofern man die Voraussetzungen erfüllt, startet das Programm mit einem Doppelklick. Im Gegensatz zum HeatMapper von ekahau ist bei diesem Programm zwingend ein Plan nötig. Mancher wird irgendwo einen Grundrissplan seiner Wohnung oder des Hauses rumliegen haben. Im schlimmsten Fall ist halt zeichnerisches Geschick angesagt. Zur Probe reichen da auch ein paar Striche in Paint. Ich habe zum Glück bereits einen Plan :)
Wie gesagt, ohne Plan geht nichts. Das Programm verlangt als erstes nach einer Gebäudekarte:


Da nun die Karte geladen ist, muss man im nächsten Schritt den Access Point auf der Karte positionieren.
Dazu klickt man zuerst im Plan auf den physischen Standort des Access Points und wählt aus dem Popup Fenster den zu messenden Zugangspunkt aus.


Nun ist man für die erste Messung ready. Dazu genügt ein Klick auf Messung starten. Nach einer Gedenksekunde ist die Messung gemacht und das Programm verlang die Positionierung des Messpunktes auf der Karte.



Damit die Heatmap möglichst exakt wird, werden ca. 5 unterschiedliche Messpunkte pro Raum und ein Raster von 3mal3 Metern empfohlen. Dazu spaziert man zum nächsten Messpunkt und klickt einfach auf weitere Messung. 




Hat man genügend Messpunkte erfasst, ist es an der Zeit die Heatmap zu erstellen. Also ein Klick auf Heatmap anzeigen. Das Tool erlaubt das Speichern der Heatmap sowohl im jpg (default) wie auch dem png Format (weniger Verluste, grösserer Speicherbedarf). Möchte man die Datei im png Format speichern, muss man im Speichern Dialog dem Dateinamen diese Endung mitgeben : Beispiel.png




In diesem Fall zeigt die Heatmap links die Feldstärke eines optimierten Access Points an und rechts das Beispiel eines weniger optimierten Access Points. Über mehrere Stockwerke und grösseren Arealen lassen sich sicher interessantere Ergebnisse erzielen. Ich hoffe es reicht euch als Motivation oder Idee auch mal so eine Karte zu erstellen.

Nun ist es aber wirklich Zeit für den Pool!!!
Tschüss :)

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