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Freitag, 26. Dezember 2014

Umstieg auf die Swisscom IP Telefonie (Privatkunden)

Vorwort


Allgemein bekannt, möchte Swisscom die herkömmlich vermittelnden Festnetzsysteme (Telefonzentralen) und die dazu gehörenden Produkte nur noch bis Ende 2017 unterstützen.
Namentlich handelt es sich dabei um die analoge Festnetztelefonie  und ISDN.
Dieses Ziel möchte man mit einer natürlichen Umstellung der Anschlüsse auf die IP Technologie erreichen.
Was bedeutet natürlich? Als beliebtester TV Anbieter der Schweiz, hat man ein starkes Zugpferd. Möchtest du TV 2.0 wirst du gleich auf die IP Telefonie migriert, sofern man die Telefonie benötigt.
Swisscom TV 2.0 ist nur noch im Zusammenhang mit neuen Bundles erhältlich. Fakt ist aber auch, gerade viele der jüngeren Generation abonnieren  privat schon gar keine Festnetztelefonie mehr. Bleiben also vor allem noch die bestehenden treuen Kunden welche migriert werden müssen. Unter anderem kann das schon im Zuge einer Glasfaserumstellung geschehen. Wie in diesem Artikel beschrieben, ist es möglich, dass man aktiv von der Swisscom auf eine Umstellung auf das Glasfasernetz animiert wird. Zudem hat man mit Swisscom Casa neu ein weiteres Angebot welches gerade für Traditionalisten geschaffen ist

Klar ist, Swisscom muss die Anschlüsse auf IP umstellen. Dabei haben sie auch meine Unterstützung.
Aber ich lese und höre immer wieder von Unklarheiten bezüglich dieser Umstellung.
Begriffe wie HD Phones und IP Telefonie werden immer wieder verwechselt. Manche Kunden haben das Gefühl sie können nun in den Laden stürmen und ein IP Phone kaufen. Zuhause merkt man das dies so nicht funktioniert. Andererseits wird auf den Swisscom Seiten und in der Swisscom Community oft suggeriert das man keine konventionellen Telefone mehr gebrauchen kann oder nur noch sehr eingeschränkt.
Viele Mythen und Wirren welche die Kunden schnell mal zum Kauf eines HD Phones animieren oder ein unbrauchbarer Systemmix hergestellt wird.

Daher ist es wieder mal Zeit einen kleinen Artikel zu schreiben.
Es soll euch bei Unklarheiten und einer Entscheidung helfen. Die Wertungen in diesem Artikel entsprechen meiner persönlichen Meinung. Es ist logisch, dass man bei anderen Prioritäten uU. zu einer anderen Wertung kommen würde.
Ich beleuchte hier die aktuelle Situation bei den Swisscom Privatkunden und gebe einen sehr kleinen Ausblick in die Zukunft, was gerade noch so im Möglichen liegt.
Sämtliche Angaben in diesem Artikel sind ohne Gewähr. Bestimmend ist immer der aktuelle Stand in einem sich schnell ändernden Bereich. Ich bin aber bemüht die Angaben so weit möglich aktuell zu halten.


Centro Router vs Internet-Box

Keine Angst, es wird hier kein Battle zwischen diesen zwei Router :)
Mit der Umstellung auf die IP Telefonie ist der Router bezüglich Telefonie das zentrale Element.
IP Telefonie existiert bei der Swisscom nicht erst seit es die Internet Box gibt, nein IP Telefonie ist auch mit den Centro Router möglich.

Dabei gibt es aber beachtliche Unterschiede welche mehr oder weniger ins Gewicht fallen können.

Centro Router

Dieser Router verfügt über eine oder 2 analoge Telefonschnittstellen. Die Steuerung dieser Schnittstellen erfolgt über das Swisscom Kundencenter. Die Funktionen hierzu habe ich schon mal in diesem Arikel erläutert. Dieses Gerät wird mittlerweile als Standard Router deklariert ist er doch schon einige Jahre alt und verfügt traditionell als CPE über sehr wenige Funktionen.
Nicht desto trotz ist IP Telefonie auch mit diesem Gerät möglich. Voraussetzung ist, man verwendet weiterhin seine analogen Telefone oder das Rousseau System.
Auch mit dem Centro Router ist es möglich die Multiline Funktionen 2/2, 3/3 oder 3/2 zu verwenden, aber ohne ISDN Endgeräte! Klat hier muss man mit analogen Telefonen oder dem Rousseau arbeiten.
Dieser Router wird in Zukunft von einer einfacheren Variante der Internet-Box ohne Display und weniger Zusatzfunktionen (Applikationen) abgelöst. Zudem entwickelt die Swisscom in Zusammenarbeit mit ihren Partnern ein weiters sehr einfaches Gerät welches über 2 Analogschnittstellen verfügt, mit einer DECT Basis aber ohne Wireless Modul, dafür mit optionalem Akkupack ausgestattet sein soll. Weitere Informationen dazu kann/soll ich aktuell nicht geben.
Die Idee oder Basis kann man aber im Artikel 2 Watt Router nachlesen.


Internet-Box

Dies ist das neue Flaggschiff der Swisscom im CPE Bereich.
Gegenüber den Centro Router verfügt dieses Gerät über mehr Funktionen im Netzwerkbereich, steuerbar über einen integrierten Applikationsteil welcher auch in Zukunft, mit mehr oder (meist) weniger brauchbaren Funktionen ausgestattet wird.
Bezüglich Telefonie verfügt auch dieses Gerät über 2 analoge Schnittstellen. Auch hier sind keine ISDN Endgeräte möglich.

DECT Basistation 

Des weiteren verfügt dieser Router zusätzlich über eine integrierte DECT Basisstation an die sich sogenannte HD Phones anmelden lassen. Grundsätzlich kann man auch andere DECT Endgeräte anmelden, dazu aber mehr im entsprechenden Abschnitt dieses Artikels.
Die HD Endgeräte erhalten alle eine interne Rufnummer womit eine interne Kommunikation und Weiterleitung ermöglicht wird. Die Zuteilung der Rufnummern erfolgt über das Webinterface des Routers.

Zentrales Telefonbuch

Arbeitet man mit den HD Phones steht ein zentrales Telefonbuch zur Verfügung. Dieses füttert man ebenfalls über das Webinterface der Internet-Box. Zudem steht für Android und iOS eine App zur Verfügung mit der man die Telefonkontakte vom Handy auf die Box spiegeln kann. Im nächsten Release der Firmware soll diese App im Heimnetz auch als Telefon funktionieren.


Endgeräte

HD Phones

Mit der Basisstation der Internet Box lassen sich bis zu maximal 4 DECT Endgeräte anmelden. Dazu gehören auch die sogenannten HD Phones der Swisscom. Grundsätzlich handelt es sich hier um Cat-iq 2.0 basierte Telefone mit angepasster Swisscom Firmware oder gar um Eigenentwicklungen wie dem HD Phone Montreux. Eine irrtümliche Meinung ist, dass es sich dabei um IP Endgeräte handelt. Dem ist eigentlich nicht so. Die Kommunikation bzw Sprachübermittlung zur Internet-Box erfolgt über DECT und nicht über IP. Somit telefoniert man nicht mehr IP als über ein analoges Telefon an diesem Router ;)
Zu den HD Phones gehört auch das HD Phone Rousseau. Die Funktionen der Internet-Box, sprich das zentrale Telefonbuch, lassen sich dabei aber nur gebrauchen wenn man das Rousseau auch über die Basisstation der Internet-Box betreibt.
Die Zuteilung der internen Rufnummern sowie der externen Rufnummern erfolgt über das Webinterface der Internet-Box.
Eine Unterscheidung der Ruftöne unterschiedlicher Rufnummern ist bei der Option Multiline noch nicht möglich.


Wertung:

-       maximal 4 Endgeräte
- -     teilweise träge in der Bedienung
- -     Life Time, Lebenszyklus ungewiss. Eher kurz
- - -   abhängig von der Internet-Box als Basisstation (Systemabhängigkeit)
-       wenig Auswahl an Geräten
- -     Empfang abhängig vom Standort der Internet-Box

+       HD Phone Montreux: Prämiertes Design
+ +    Gute Gesprächsqualität
+       Nutzung Telefonbuch der Internet Box möglich
+ +    CNIP Erkennung
+       einfache Programmierung via Webinterface
+       Gerätesupport durch Swisscom


HD IP Phone Rousseau mit IP Basisstation Rousseau 10

Das Rousseau System war das erste eigentliche IP Phone der neuen Generation. Die Bluewin Phone Geschichten lassen wir jetzt mal aussen vor :)
Der Betrieb ist im Gegensatz zu den HD Phones auch mit dem Centro Grande möglich, da hier mit einer eigenen Basisstation, genannt Rousseau 10, gearbeitet wird. Diese Basisstation wir über das Netzwerk an den Router angeschlossen. Daher ist ein abgesetzter Betrieb vom Router entsprechend möglich. Zudem steht für das Rousseau System nun auch ein Repeater zur Verfügung.
An die Rousseau Basisstation lassen sich auch andere HD Phones anmelden. Dies macht aber nicht unbedingt Sinn und ist noch nicht offiziell unterstützt.
Beim Einsatz eines Rousseau System kann man die DECT Funktion der Internet-Box deaktivieren. Die Steuerung und Kommunikation läuft über die eigene Basisstation, womit die der Internet Box nicht gebraucht wird. Zudem steht in diesem Betrieb das allfällige Telefonbuch der Internet-Box nicht zur Verfügung.
Die Zuordnung der internen und externen Rufnummern erfolgt in den Handgeräten.
Es können maximal 5 Handgeräte angemeldet werden.

Wertung:

-      Form und Design Geschmacksache
- -    Life Time, Lebenszyklus ungewiss
- - -  Systemabhängigkeit Rousseau
- -    Programmierung Telefonbuch nur über Handgerät

+ + +   schnelle intuitive Bedienung der Handgeräte
+ + +   Standort von Basisstation und Repeater variabel
+          bis zu 5 Handgeräte
+ +      Gute Gesprächsqualität
+ +      CNIP Erkennung 
+         Einsatz auch bei Centro Router möglich (IP Anschluss Voraussetzung)
+         Gerätesupport durch Swisscom

Analoge Endgeräte:

Wie bereits angesprochen verfügen sämtliche aktuellen und künftige Swisscom Router im Minimum über eine analoge Schnittstelle. Da der Centro piccolo offiziell aus dem Verkauf ist, sind es in der Praxis sogar 2 Schnittstellen.
Beim Wechel auf die IP Telefonie bekommt man von der Swisscom ein IP Telefonie Kit oder dieses liegt bei einem neuen Router sogar bei. Dabei handelt es sich um eine Übergangskabel von RJ 11 auf TT 83. Damit sollte sich ein analoges Endgerät problemlos stecken lassen. Weiter Unterstützung hierzu findet man auf den Hilfe Seiten der Swisscom:
So lange es sich beim Endgerät um eines mit Tonwahl handelt, muss man dieses noch lange nicht aufs Alteisen werfen.
Das analoge Telefonsignal lässt sich sogar in die bestehende Telefonistallation rückspeisen. Am einfachsten geht dies bei einer bestehenden BBR Installation mit Digitalsteckdose.
Die Zuordnung der Telefonnummern erfolgt bei den Centro Router im Kundencenter. Bei der Internet-Box erfolgt die Konfiguration im Webinterface des Routers. Im Falle der Internet-Box wird den Schnittstellen sogar eine interne Rufnummer zugewiesen. Aber Achtung. Bitte dazu noch den Abschnitt Systemmix beachten!
Mit dem Wissen das die analogen Telefone funktionieren ist auch klar das man eigentlich völlig frei in der Wahl der Geräte ist. So ist es möglich sein geliebtes Gigaset System weiterhin zu verwenden.
Wenn dieses ein DECT System ist, so sollte man die Basisstation des Herstellers verwenden. Nur so hat man weiterhin alle Funktionen des Gerätes.
Natürlich ist mit diesen Geräten das interne Telefonbuch der Internet-Box nicht brauchbar.
Die Rufnummernsperre der IP Telefonie steht aber auch hier zur Verfügung.


-    leicht geringere Gesprächsqualität wahrnehmbar
-    Telefonbuch der Internet-Box lässt sich nicht verwenden
-    Telefon muss ohne BBR Installation an den Router angeschlossen werden
- -  Einschränkungen bei Systemmix
-    Impulswahltelefone nur über Konverter betreibbar (nicht empfohlen)

+ + +   freie Systemwahl. Unabhängig von Swisscom
+         bestehendes Telefon kann weiterhin verwendet werden
+ +      Skalierbarkeit je nach Hersteller
+ +      Schnurgebundene Telefone nutzbar
+         CNIP, ist aber geräteabhängig


Systemmix vermeiden

Systemmix vermeiden, was ist damit gemeint?
HD Phones, Rousseau, analoge Endgeräte, DECT Basisstation. Das bietet doch eine Vielzahl an möglichen Kombinationen!
Mein Tipp, lasst es sein. Hierzu gebe ich einige Beispiele.

An die DECT Basisstation der Internet-Box lassen sich auch fremde DECT Endgeräte anmelden. Nachteil: Es stehen somit nur noch die Grundfunktionen des Gerätes zur Verfügung stehen. Hat man also bereits 3 DECT Endgeräte, so macht es keinen Sinn diese an der Basisstation der Box anzumelden. Hingegen lässt sich noch ein vorhandenes fremdes Endgerät verschmerzen, sofern man dieses nicht oft benötigt und nicht gleich alles HD Phones kaufen will.
Andererseits kann und sollte man sich fragen ob es wirklich Sinn macht in dieser kurzlebigen Zeit sein bereits bewährtes System über den Haufen zu werden und alles neu zu kaufen.
Wer weiss schon wie die Router in 2 Jahren aussehen und ob man nicht eventuell durch das Gesetz die SIP Zugangsdaten oder einen SIP Zugang im Router freigeben muss?
Die aktuelle Situation ist einfach gesagt ja zumindest etwas delikat. Stichwort Gerätezwang...

Mix HD Phones, Rousseau Basisstation.
Ist möglich, kann man so stecken. Das sind 2 verschiedene Systeme welche nicht nahtlos miteinander arbeiten. (Telefonbuch, interner Nummerierungsplan usw.). Entscheidet euch also für das eine oder andere. Ein Mix wird nicht viel Spass machen.

Einschränkung in der Zusammenarbeit mit den analogen Schnittstellen:
Man muss wissen das die analogen Schnittstellen bei der Internet-Box zwar auch intern erreichbar sind, eine Weiterleitung aus dem DECT System der Box auf die Schnittstelle und umgekehrt aber nicht möglich ist.

Hinweise

Faxanschluss

Ein Fax kann weiterhin betrieben werden. Hierzu kann es bei der Umwandlung der analogen Signale in IP und wieder zurück zu Problemen kommen. Gerade bei mehreren Seiten kann die Übermittlung fehlschlagen.
Tipp:
Die Baud Rate des Fax auf 14400 evtl sogar auf 9600 runterstellen
Allfälliges ECM raus.







ISDN Telefone

ISDN wird für die Swisscom Privatkunden nicht mehr unterstützt. Eine mögliche zeitweilige Lösung wäre ein Wechsel auf das KMU Produkt my KMU Office. Der Rounter Centro Business unterstützt noch ISDN Endgeräte. Mehr dazu aber in einem späteren eigenen Beitrag zu my KMU Office.
Ein Workaround wäre noch ein ISDN Konverter wie die Fritzbox, gespiesen durch einen analog Port des Swisscom Routers. Achtung: Die Fritzbox selber bekommt die SIP IP Credentials durch Swisscom nicht direkt zugewiesen!

Multiline

Auch bei IP basierten Telefonanschlüssen bietet die Swisscom die Option Multiline an.
Neu nicht mehr verfügbar ist die Option mit 3 Ruffnummern und 2 gleichzeitigen Linien, genannt 3/2. Dafür gibt es die Optionen 2/2 und 3/3.
Bei 3 Linien gibt es aber eine kleine Restriktion.

- Analoge Schnittstellen besitzen nur 2 Linien. Sofern beide in Gebrauch sind, so ist ein drittes Gespräch nur über ein Rousseau System oder dem DECT der Internet-Box möglich. (Obsolet sofern der 3 Rufnummer zb. eine Umleitung auf die Combox Pro eingerichtet ist.)


IP Telefone

Fremde IP Telefone werden nicht unterstützt. Spricht die SIP Zugangsdaten werden von der Swisscom weder freiwillig noch wissentlich unfreiwillig weitergegeben.
SIP Endgeräte lassen sich vorerst nur am Business Router Centro Business direkt anmelden.
Ergo, der Betrieb ist nur im Zusammenhang mit den Business Bundles angedacht.

IP Telefonie ist in dem Sinne ist vorerst nur über die iO App möglich, sowie in Zukunft über die Internet Box App im heimischen Netz (oder einem Netz welches zum Heimnetz umgebogen wird)


PBX, TVA, Telefon- und Alarmanlagen, Modemanwendungen

Der Betrieb einer Telefonanlage wird für Swisscom Privatkunden nicht unterstützt. Analoge Systeme könnten noch an den analogen Ports des Routers betrieben werden, sofern die Frequenzwahl unterstützt wird. Das Gleiche gilt für Alarmanlagen sofern diese nur einen Ruf auslöst.
Modemanwendung werden daher nicht unterstützt. Bei Alarmanlagen gilt es sich beim Hersteller über eine IP oder GSM Lösung zu infomieren.
Kleine TVA's könnten mit Workarounds eventuell betrieben werden. Wird aber nicht empfohlen.
Geschäftskunden wird geraten entweder eine Lösung über my KMU Office oder Business Connect zu suchen.



Diese Seite beinhaltet Bilder von Swisscom, Brother und Siemens Gigaset

Samstag, 14. September 2013

Anleitung Swisscom Festnetz (IP)

Anleitung Swisscom Festnetz (IP)

Vorwort

Willkommen in der neuen Welt der Festnetztelefonie über IP von Swisscom. Dies ist eine inoffizielle Anleitung über den Gebrauch und die Möglichkeiten der Festnetztelefonie über IP für Privatkunden (ALL IP). Es soll für alle Anwender eine hilfreiche Sammlung, für Installateure ein Spick und für die Interessierten eine kurzweilige Lektüre sein. 
Dieses Manual ist auf dem Stand vom September 2013. Bei Änderungen oder Fehlern bin ich über ein Feedback dankbar, um diese Anleitung aktuell zu halten.
V13.9.2


Einleitung

Ein Telefonanschluss über die neuste IP-Technologie bietet verschiedene Zusatzdienste und Funktionen, welche in dieser Anleitung beschrieben werden. Sofern es gegenüber der traditionellen Telefonie spezielle Abstriche in der Funktionalität  gibt, sind diese soweit vermerkt, sofern diese bekannt und vom Autor als relevant eingestuft wurden.
Bei der Swisscom Festnetztelefonie über IP werden sämtliche Grundkonfigurationen im Swisscom Kundencenter getätigt. Ausgenommen davon, sind Einstellungen welche direkt auf Zusatzapparaten getätigt werden können oder müssen.
Zur Verwaltung des IP Anschlusses, rufen sie www.swisscom.ch/login auf und wechseln in der linken Menüstruktur in die Telefon-Einstellungen. Für den Login benötigt man den Swisscom Login des betreffenden Anschlusses.





Übersicht

In der Übersicht finden sich grundlegende Informationen wie die Rufnummer(n)zuweisung, angemeldete Zusatzgeräte wie das Rousseau und ein Abbild des Routers. Zudem sind die wichtigsten Links zu den diversen Einstellungen auf dieser Seite zu finden.
Im Abbild des Routers werden die physikalischen Anschlüsse dargestellt. Für die Telefonie stehen je nach Modell des Routers 1 (Centro piccolo) oder 2 FXS Analog Ports (Centro Grande) RJ11 6P2C zur Verfügung. Somit können ISDN Telefone nicht mehr weiterverwendet werden!
Für den Anschluss von Analog Telefonen gibt es von Swisscom ein Verbindungs-Kit Festnetztelefonie (IP), dessen Inhalt bei einer Neuinstallation eines IP Anschlusses bereits dem Router Kit beiliegt  Die Installation erfolgt gemäss dieser Anleitungen. Installateure können zur Rückspeisung der bestehenden Telefoninfrastruktur bevorzugt eine BBR Installation durchführen. Sofern nur der Einsatz von Funktelefonen geplant ist, macht dies natürlich keinen Sinn. Zu beachten ist, dass eine Rückspeisung des Telefonsignals mittels DSL Kabel nur die Telefonnummer betrifft, welche der Linie 1 zugewiesen wurde!




Übersicht

Rufnummernkonfiguration

Linienzuweisung

Telefonnummer(n) können entweder durch Klick auf die entsprechende Schnittstelle im Router Abbild oder durch den Punkt Bearbeiten bei der entsprechenden Linie, zugewiesen und umbenennt werden.
Multiline: Pro Telefon Port lässt sich nur eine Rufnummer zuweisen. Mit einem Trick kann man die zusätzlichen Rufnummern aber trotzdem zuweisen.


Linienzuweisung

Eingehende Anrufe

Hat man mit der Option Multiline mehrere Rufnummern, so kann hier definiert werden wo die zusätzlichen Telefonnummern klingeln sollen.
Hier hat man die Möglichkeit weitere Rufnummern auf eine physikalische Schnittstelle zu routen.
Das Verhalten ist ähnlich wie wie man es von den MSN bei Multiline kennt, unterscheidet sich aber durch das Fehlen der Linienindentifikation doch deutlich davon. Es ist nicht möglich zu identifizieren für welche Linie nun der Anruf kommt auch nicht durch ein unterschiedliches Rufmuster wie es das ISDN-NT1+2ab konnte!
Besetzt bei besetzt auch bekannt als busy on busy, konfiguriert man im Menü Anrufumleitung!

Eingehende Anrufe


Abgehende Anrufe (CLIP)

Multiline: Im Menü abgehende Anrufe lässt sich die gesendete Namensanzeige und CLIP, also die mitgesendete Rufnummer, definieren oder falls sie es wünschen sogar permanent unterdrücken.
Bei Multiline besteht somit die Möglichkeit abgehend immer die Hauptrufnummer zu übermitteln und somit zB. die Durchwahlnummer zu verbergen.

Abgehende Anrufe

Anrufeinstellung

Anschlüsse ohne Option Multiline unterdrücken den abgehenden CLIP, CNIP (Namensanzeige) im Menü Anrufeinstellung.

Anrufeinstellung


Anrufumleitung

Hier finden sie die Schaltzentrale für Anrufumleitungen, Weiterleitungen und das Notrouting bei Strom- oder Linienausfalls des Routers.

Anrufumleitung Übersicht

Normaleinstellung

Alle Anrufe klingeln auf Ihrer Festnetz-Telefonnummer. Sie entscheiden, was passiert, falls Ihr Telefon besetzt ist oder falls Sie den Anruf nicht innerhalb einer festgelegten Zeitdauer entgegennehmen.
Die Rufweiterschaltzeit "Service 61" ist in der Standardeinstellung auf 12s gestellt.

Anrufumleitung Normaleinstellung

Direkte Umleitung

Alle Anrufe werden direkt auf eine bestimmte Telefonnummer (z.B. Ihr Handy) oder Ihre COMBOX® umgeleitet. Die Telefonnummer können Sie frei bestimmen.

Direkte Anrufumleitung

Anrufumleitung falls keine Verbindung (Notrouting)

Anrufumleitung, falls der Router ausgeschaltet ist oder keine Verbindung besteht.
Dieser Punkt lässt sich bereits beim Pairing eines IP Anschlusses definieren. Hier im Kundencenter kann man die Rufnummer nachträglich ändern.
Vorzugsweise definieren sie hier eine NATEL Nummer oder einen klassischen Telefonanschluss.

Notrouting


Anrufumleitungen, Prozeduren mittels Telefonapparat

Sämtliche Anrufumleitungen lassen sich bei einem IP Anschluss via Kundencenter und somit von überall her konfigurieren.
Selbstverständlich lassen sich diese Anrufumleitungen auch klassisch, mittels Telefontastatur erledigen:

Direkte Anrufumleitung

Alle Anrufe werden direkt auf die eingegebene Telefonnummer umgeleitet.
Auf Ihrem Telefon:
Aktivieren *21 + Telefonnummer + #
(z.B. *21079 555 33 11# für Umleitung auf die Telefonnummer 079 555 33 11)
Aufheben #21#
Hinweis: Die Aufhebung der direkten Anrufumleitung (#21#) führt dazu, dass die «Normaleinstellung» wieder aktiviert wird. Hatten Sie z.B. vorher die «Anrufumleitung, falls besetzt» auf die COMBOX® eingestellt, wird diese Einstellung wieder aktiv.

Anrufumleitung, falls nicht erreichbar

Falls Sie einen Anruf nicht entgegennehmen, wird er auf die angegebene Telefonnummer umgeleitet.
Auf Ihrem Telefon:
Aktivieren *61 + Telefonnummer + #
(z.B. *61079 555 33 11# für Umleitung auf 079 555 33 11)
Aufheben #61#

Anrufumleitung, falls besetzt

Falls Ihr Telefon besetzt ist, werden alle Anrufe auf die angegebene Telefonnummer umgeleitet.
Auf Ihrem Telefon:
Aktivieren *67 + Telefonnummer + #
(z.B. *67079 555 33 11# für Umleitung auf 079 555 33 11)
Aufheben #67#

Anrufliste

Mit einem IP Anschluss werden in der Anrufliste des Kundencenters die letzten 20 ankommenden wie auch die abgehenden Rufnummern gespeichert.
Multiline: Bei Multiline stehen Anruflisten für alle 3 Rufnummern zur Verfügung

Anrufliste

Anrufsperre

Hier können sie das Sperren unerwünschter Anrufer und die Verwaltung von Sperrsets (abgehend) konfigurieren.

Anrufsperre

Eingehende Anrufe sperren (Abweisen unerwünschter Anrufe)

Anrufer mit bestimmten Rufnummern abweisen
Legen Sie hier die Rufnummern fest, von denen Sie keine Anrufe wünschen. Sie können Sperrlisten mit mehreren Rufnummern erstellen und diese nach Bedarf ein-, oder ausschalten. Diese Funktion steht nur mit einem IP Anschluss zur Verfügung.
Tipp: Unerwünschte Anrufer können sie direkt aus der Anrufliste mittels Klick auf blockieren sperren.
Multiline: Die Sperrliste kann individuell pro Rufnummer erstellt werden.

Anrufer mit unterdrückter Rufnummer abweisen
Legen Sie fest, ob Anrufer mit unterdrückter Telefonnummer Sie erreichen können oder automatisch abgewiesen werden. Anrufer hören die Nachricht «Der Swisscom Kunde wünscht keine Anrufe mit unterdrückter Telefonnummer».

Eingehende Anrufe sperren

Abgehende Anrufe sperren

Sperrset wählen
Verhindern Sie, dass von Ihrem Anschluss aus unerwünschte Rufnummern angerufen werden. Wählen sie dazu ein sogenanntes "Sperrset" aus.
Damit können sie verhindern das kostenpflichtige Rufnummern gewählt werden können.
Multiline: Sperrsets lassen sich auf allen Rufnummern individuell konfigurieren.

Sperrsets


Automatische Namensanzeige (CNIP)


Auf dem Display wird der Name des Anrufers angezeigt, auch wenn dieser nicht in Ihrem Telefonadressbuch gespeichert ist. Für diesen Dienst werden die Daten aus dem öffentlich zugänglichen Verzeichnisdienst von local.ch verwendet. Die Technik dahinter nennt sich CNIP.
Hinweise:
  • Anrufende, die ihre eigene Telefonnummer oder die Anzeige ihres Namens unterdrückt haben, werden nicht angezeigt.
  • Bei Personen, die nicht im öffentlich zugänglichen Verzeichnisdienst von local.ch eingetragen sind, wird kein Name angezeigt.
  • Beachten Sie, dass Sie dazu ein Festnetztelefon benötigen, welches die Namensanzeige unterstützt. Eine Liste der unterstützten Geräte finden nachfolgend.


Prozeduren

Anklopfen

Anklopfen bedeutet, dass Sie über einen zweiten Anruf informiert werden, während Sie bereits ein Telefongespräch führen. Der eingehende Anruf wird Ihnen dabei akustisch (sogenanntes «Klopfen») mitgeteilt. Dem Anrufer hingegen wird nicht signalisiert, dass Sie bereits ein Gespräch führen. Sie können das laufende Gespräch unterbrechen (sogenannt «Halten») und den neuen Anruf entgegennehmen. Bei einer abgewiesenen Verbindung erhält der Anrufende ein Besetztzeichen.
Hinweis: Voraussetzung, um einen anklopfenden Anruf entgegennehmen zu können, ist ein Telefon mit einer Flash- oder Steuertaste (R-Taste oder • -Taste).

Auf Ihrem Telefon
Anklopfende Verbindung annehmen R oder • drücken, Summton abwarten und Taste 2 drücken.
(und bestehende Verbindung halten)
Zwischen zwei Anrufen hin und R oder • drücken und Taste 2 drücken, um hin und her zu
her schalten (sogenanntes «Makeln») schalten.
Eine anklopfende Verbindung abweisen R oder • drücken, Summton abwarten und Taste 0 drücken.
Hinweis: Die anklopfende Verbindung wird nach Ablauf von ca. 20 Sekunden automatisch
abgewiesen, falls Sie sie nicht annehmen.

Dreierkonferenz

In der Dreierkonferenz können alle Gesprächsteilnehmer gleichzeitig miteinander sprechen.
Hierzu stellen Sie zwei Verbindungen (zu zwei Personen) her und schalten sie zusammen.
Hinweis: Voraussetzung, um eine Dreierkonferenz herstellen zu können, ist ein Telefon mit einer Flash- oder Steuertaste (R-Taste oder • -Taste).
Auf Ihrem Telefon
Dreierkonferenz herstellen Verbindung mit erstem Gesprächsteilnehmer herstellen.
R oder • drücken, Summton abwarten.
Zielnummer des zweiten Gesprächsteilnehmers wählen, Verbindung abwarten.
R oder • drücken, Summton abwarten, Taste 3 drücken,
um alle Teilnehmer miteinander zu verbinden.

Wahlwiederholung

Mit der Wahlwiederholung können Sie die zuletzt gewählte Telefonnummer wiederholen.
Auf Ihrem Telefon
Zuletzt gewählte *00
Telefonnummer wiederholen

COMBOX® (Anrufbeantworter)

Mit der COMBOX® ist Ihr Telefon immer auf Empfang: Sie nimmt alle Anrufe entgegen, die Sie nicht persönlich beantworten können.
Alle Informationen zu COMBOX® basic und COMBOX® pro finden Sie auf
www.swisscom.ch/combox

Für einen IP Anschluss interessant dürfte die Combox pro sein, da diese die Möglichkeit besitzt Faxe zu empfangen und zu versenden. Für eine Aktivierung der Combox pro für ihre Rufnummer, melden sie sich bitte beim Swisscom Kundendienst. Die Combox pro kostet Fr. 5.- pro Monat.

Combox pro


Samstag, 6. Juli 2013

Swisscom SIP - Eigene Telefone an einem Swisscom ALL IP Anschluss verwenden

Swisscom SIP


Auch bei der Swisscom hält nun VoIP Einzug in die Haushalte. Bezieht man seine Services über einen Glasfaseranschluss, so wird die Sprache zwangsläufig mit IP übertragen, da hier die Fernspeisung der Telefonzentrale über die Kupferleitung fehlt. Aber auch Anschlüsse über Kupfer werden bei den Privatkunden mehr und mehr auf VoIP geschaltet. Einerseits sind die in die Jahre gekommenen Komponenten im End of Life, andererseits möchte man neue Dienste anbieten können und kann durch den Entfall der Telefonzentralen sogar noch eine Menge Geld sparen. Im Geschäftsumfeld ist die Swisscom mit ihrem Business Connect auf Kurs. Hier löst man die Business und Multiline Anschlüsse mittels Voice oder Trunk Channels ab.
VoIP/SIP wird also auch bei den Endkunden der Swisscom zunehmends zum Thema.

Provisioning - Plug and play

Damit VoIP Akzeptanz beim Endkunden findet, muss die Einrichtung genauso einfach wie früher sein, sprich einfachstes plug and play. Selbst hier gibt es genügend Hürden, da wir in der Schweiz eine kleine aber feine Sammlung an unterschiedlichen Steckdosen, Stecker und sogar Pinbelegungen geschaffen haben...
Anyway, nennen wir es trotzdem plug and play.
Natürlich soll VoIP auch mit der gleichen, schier unzerstörbaren Zuverlässigkeit der traditionellen Telefonie funktionieren. Komforteinbussen in Sachen Funktion soll es nicht geben.
Einfache Anforderungen die ein Kunde stellt und auch stellen darf.
Aus meiner Sicht bringt man aktuell 2 der 3 hier genannten Gründe hin:

Komfort-Funktionen und VoIP ist so eine Sache für sich. Obwohl IP, obwohl also neu und fancy, gibt es doch einige Komfortfunktionen welche man mit VoIP nicht hat. Zweifelsohne ergeben sich dafür ganz andere Dimensionen und Möglichkeiten. Trotzdem hinkt man in diesem Bereich noch eine Zeit lang hinten nach.
Kleines Beispiel wäre das IP Telefon Rousseau der Swisscom. IP, neu, Cat-Iq 2.0 und vieles mehr.Trotzdem, ein Bruch, scheinbar aus der Steinzeit entkommen, welchen ich eigentlich niemanden empfehlen mag. Wers nicht glaubt, kann ja mal mindestens Fr. 189.- für den Kauf eines Handapparats mit Basisstation ausgeben. Zumindest Swissvoice wird froh sein, mit der Swisscom wenigstens einen Abnehmer gefunden zu haben...
IT und Telefonie müssen sich in vielen Bereichen erst noch finden.

Eine einfache Einrichtung und Zuverlässigkeit hingegen bringt man im Privatkundenbereich mit der automatischen Provisionierung zu Stande. Provisionierung bedeutet hier, dass Dienste und Services automatisch oder nach einem Login bereitgestellt werden. Im Falle von Swisscom VoIP über All IP, die SIP Zugangsdaten welche auf die Voice Ports der Router konfiguriert werden oder die automatische Anmeldung des IP Telefons Rousseau.  Provisionierung bedeutet aber idR. auch, das man die eigentlichen Zugangsdaten nicht mehr zu sehen bekommt. Bedeutet aber auch einen Schutz der Backend Systeme, sei es vor falschen Kundenkonfigurationen oder Geräten welche sich per se oder durch falsche Parameter nicht innerhalb der Normen bewegen.

Da es durch die Angebotsbedingungen von Business Connect verboten ist, werde ich keine Anleitung zur Konfiguration im Falle von Business Connect geben. Wer eine Anleitung dazu braucht, sollte sich imho sowieso eine andere Beschäftigung suchen...

Auszug aus den Angebotsbedingungen zu Business Connect:

3.1 Technische Voraussetzungen / Geräte 
Allgemein 
...
Es dürfen nur die von Swisscom empfohlenen bzw. frei gegebenen 
IP-Endgeräten, PBX-Anlagen und ATA (nachstehend „Geräte“) eingesetzt 
werden. 
  • Die empfohlenen IP Endgeräte sind speziell auf Business Connect abgestimmt. 
  • IP PBX-Anlagen können nur in den Business Connect Verbund integriert werden, wenn das betreffende Modell von Swisscom für den Einsatz getestet, geprüft und freigegeben worden ist
  • Der ATA ermöglicht den Anschluss analoger Endgeräte an Business Connect. 
Einsatz nicht empfohlener oder freigegebener Geräte 

Der Einsatz nicht empfohlener bzw. nicht freigegebener Geräte ist nicht 
gestattet. Setzt der Kunde nicht empfohlene bzw. nicht freigegebene 
Geräte oder Gerätekonfigurationen ein, 
  • übernimmt Swisscom keine Garantie dafür, dass sämtliche Leistungsmerkmale von Business Connect einwandfrei funktionieren 
  • kann Swisscom für das Gesamtsystem keinen Support erbringen
  • behält sich Swisscom vor, die Leistungserbringung ohne Vorankündigung auszusetzen und/oder Business Connect per sofort aus wichtigem Grund zu kündigen
  • haftet der Kunde für daraus entstehende Schäden. 

Swisscom RES ALL IP Credentials

Nun gut, bei Swisscom Privatkundenanschlüssen gibt es noch keine solchen Angebotsbedingungen.
Da aber Business Connect sowie All IP VoIP über IMS und die Broadsoft Centrex abgewickelt werden, sollte man schon nicht einfach drauf losschiessen. Folgende Erklärungen dienen nur der Veranschaulichung.
Es ist bei Missbrauch also mit Massnahmen durch die Swisscom zu rechnen.

Voraussetzung erschaffen

Dieser Abschnitt ist überholt. Für die Centro Grande Router von ADB/Pirelli, existiert für die Firmware Generation 6.x.x eine einfachere Methode ohne Downgrade. Dafür benötigt man nur einen kleinen Dreizeiler in der CLI.

Startet eine Telnet oder SSH Session auf euren Router, meldet euch als admin an und gebt folgende Befehle ein:

configure terminal
cli-authentication V0iPcon7ro1!


show voip


Seit dem Firmwareupdate auf Version 6.02.x bei ADB/Pirelli sowie 9.x.x bei Motorola ist mir keine Methode des Extrahieren der SIP Credentials bekannt. Wer Methoden kennt, darf sich hier bei mir gerne melden :)

Für die Motorola/Arris Router gibt es einen eigenen Beitrag:
http://www.tuxone.ch/2014/05/swisscom-sip-zugangsdaten-auslesen_3.html

Beim ADB/Pirelli Router gibt es zum Glück noch den Trick mit dem provisorischem Downgrade :)
Zuerst stellt man sicher das der mit einer aktuellen Firmware ausgerüstet ist und der Internetanschluss provisioniert ist. Das Pairing zwischen Router MAC und Access hat also stattgefunden. Wer nicht sicher ist, besucht mit www.swisscom.ch/access und drückt auf Jetzt starten. Falls noch kein Pairing stattgefunden haben sollte, müsste man jetzt die Seriennummer eingeben oder einen Login durchführen.




Jetzt ist es an der Zeit den DSL Stecker zu ziehen und einen Routerdowngrade gemäss Anleitung vorzunehmen. Anzumerken ist, dass man im Gegensatz zur Anleitung das Admin Gui nicht freischalten muss.

Provisioning abfangen

Nach dem hoffentlich erfolgreichem Downgrade, gilt es die Situation auf dem Router zu prüfen.
Ist auch nach einem Reboot noch tatsächlich die alte Firmware geladen? Gut. Dann müssen jetzt die Werkseinstellungen des Router hergestellt werden. Dies erledigt man am einfachsten via Webinterface direkt auf dem Router. Ist auch danach noch die alte Firmware geladen wird es spannend.
Jetzt ist der Zeitpunkt um das DSL , bzw, Fiber Kabel wieder zu stecken.
Der Router wird innerhalb kürzester Zeit Kontakt mit dem Provisionierungsserver aufnehmen. Hat man Glück, wird dieser zuerst mal die Konfiguration übermitteln. Dabei gilt es die LEDs des Routers zu beobachten. Sobald das WLAN Symbol leuchtet (sofern WLAN im KC aktiviert ist) und der Telefonhörer rot leuchtet, muss man das Access Kabel wieder aus dem Router ziehen. Die Credentials sollten übermittelt aber noch nicht registriert sein und der Router noch auf dem alten Softwarestand stehen.




Zugangsdaten extrahieren

Hier schreibe ich grundsätzlich nichts neues. Der Ursprung vieler oder fast aller Anleitungen ist mir aber bekannt... ;)
Mittels http://192.168.1.1/rg_conf.cgi startet man den Download der Router Konfigurationsdatei.
In dieser sind auch die SIP Zugangsdaten enthalten.
Man kann die Datei mit einen gewöhnlichen Editor öffnen und nach den 2 SIP Linien die konfiguriert wurden suchen. Am einfachsten sucht man mittels Funktion des Editors nach der Nutzerkennung welchen man im Webinterface sieht.
Dieser steht innerhalb des folgenden Absatzes.

(line
      (0
        (enabled(1))
        (id(NUTZERKENNUNG))


Ebenfalls benötigt man noch den Autorisierungsnamen:

(proxy
          (auth_name(AUTHNAME@swisscom.ch))

und das gleich darunterliegende , noch maskierte Passwort.

(auth_password(&khka&%&zuuilm&7(&6nilöö))

Dieses Passwort kann man mit dem bekannten Online Tool demaskieren: http://www.zibri.org/2009/11/obfuscation-will-never-work.html

Das Gleiche kann, man noch mit der Linie 2 erledigen.

Nun hat man folgende Daten erhalten.
Nutzungskennung
Passwort
und der sogenannte Autorisierungsname.
Jetzt muss man nur noch wissen, dass die Domain swisscom.ch lautet und man bei der nomadischen Nutzung zB. im Mobilen Netz den Outbound Proxy : bc1.ims.swisscom.ch
verwenden muss, Port 5060 und UDP.
Alternativ funktioniert auch bc2.ims.swisscom.ch, Swissscom hat ja 2 Centrex Anlagen :)

Den Router kann man danach wieder an den Access schliessen. Er muss sich jetzt auch das neuste Update aufspielen, damit die Voice Linien via Router genutzt werden können...

Weitere Informationen zu den SIP Credentials findet man in diesem Zusatzartikel: http://www.tuxone.ch/2013/11/geanderte-sip-credentials-fur-die.html


SIP Credentials verwenden


Mit diesen Angaben lassen sich die SIP Credentials grundsätzlich nutzen. Erwähnt sei an dieser Stelle zB. die kostenpflichtige Android SIP Applikation von Bria, aber auch das in Android integrierte Internettelefon funktioniert.
Hier entsprechende Screenshots bezüglich der Konfiguration am Beispiel der Bria App.































Ich weise darauf hin, dass sämtliche Konfigurationen am Router und oder die Verwendung der SIP Credentials auf eigene Gefahr und Verantwortung geschieht. Weiter werde ich grundsätzlich weder  hier noch mittels E-Mail Support leisten. Supportanfragen bitte via Swisscom Supportcommunity.
Sämtliche Zugangsdaten und Erkenntnisse sind verantwortungsbewusst zu gebrauchen um Schäden in eigener Sache (zB. Diebstahl der SIP Credentials) oder an der Infrastruktur von Swisscom zu vermeiden.

Vielen Dank